Canzone

Canzone 2017

Im Jahr 2017 wird unser Partnerland Italien sein. Die dortige Szene ist von einer über Jahrzehnte gewachsenen Nähe zur originären italienischen Musikkultur geprägt.

v.l.n.r. 1.Reihe Matthias Nadolny, Hendrika Entzian, Peter Weiss, 2.Reihe Kristina Brodersen, Glauco Venier, Wolfgang Schmidtke, Giovanne Falzone
v.l.n.r. 1.Reihe Matthias Nadolny, Hendrika Entzian, Peter Weiss, 2.Reihe Kristina Brodersen, Glauco Venier, Wolfgang Schmidtke, Giovanne Falzone

Dabei zeigen italienische Jazzmusker-/innen teils Tendenzen zu folkloristisch-tänzerischen Formen, die in ihrem verspielten, bisweilen auch witzigen Charakter nördlich der Alpen schwerlich vorstellbar sind. Aber auch in der Interpretation von eindeutig jazzimmanentem Material hat sich ein spielerischer Gestus entwickelt, der betont lyrisch – manchmal bis zum Melancholischen –  klingt, und der sich ohne größere Umwege auf die ungemein reiche Gesangskultur in Italien zurückführen lässt.

Deshalb meinen wir, dass eine italienische Version der European Standards gut mit dem Beinamen »Canzone« daherkommt. In der Musikgeschichte ist dieser Begriff verschiedentlich genutzt worden; den unterschiedlichen Ausdeutungen gemeinsam ist der Hinweis auf eine lyrische musikalische Haltung. Wenn diese in die Welt des Jazz transferiert wird, ist eine Verbindung zur klassischen Vorstellung von »Cool Jazz« nicht falsch und wenn wir auch natürlich weit davon entfernt sind, den Sound aus den 50er Jahren nachzubeten, so erscheint es uns interessant, lyrische Spielweisen in den Soli mit komplexen mehrstimmigen Bläserlinien in den Arrangements zu verbinden.